Film


Vom Ende des alten Hollywoods zum 3D-Spektakel

In den 60er und 70er Jahren durchlebte das US-Kino eine längere Zeit der Orientierungslosigkeit. Zeiten und Moden erfuhren immer schnellere Wechsel, aber Hollywood konnte diesen Entwicklungen stetig schlechter folgen. Die Stars der großen Zeit waren verschwunden und wichtige Entscheider der Branche kannten zwar noch die Stummfilmtage, waren aber unfähig, die neuen Trends in Filmen zu verarbeiten.

Erst mit frischen europäischen Einflüssen gelang auch Hollywood eine filmische Neuorientierung, die sich in Streifen wie „Bonnie und Clyde“, „Reifeprüfung“, „French Connection“, „Dirty Harry“, „Der Pate“ oder dem Beginn der „Star Wars“-Reihe ausdrückt. Mit dem Aufkommen der Videokassetten zum Ende der 70er Jahre wähnte die amerikanische Filmindustrie eine neue Gefahr am Horizont heraufziehen, die auch noch ihre letzten Gewinne gefährden könnte. Aber die Branche entschloss sich zum Gegenangriff und setzte fortan auf Größe und Spektakel bei ihren führenden Produktionen. Eine Strategie, die dem Zeitgeist der 80er und 90er entgegen kam. Actionproduktionen waren regelmäßige Kassenschlager, verschlangen auf der anderen Seite aber auch immer höhere Kosten für ihre Produktion.

Es waren die großen Tage von Sylvester Stallone oder Arnold Schwarzenegger und Blockbuster wie „Pretty Woman“, „Jurassic Park“, „Armageddon“, „Das Schweigen der Lämmer“ und „Titanic“ wechselten sich mit anspruchsvollen Epen wie „Amadeus“, „Ghandi“ oder „Schindlers Liste“ ab. Animationsfilme erlebten mit der Unterstützung von immer leistungsfähigeren Computern ein Revival, welches sich bis ins neue Jahrtausend mit Erfolgen wie „Findet Nemo“ oder den „Shrek“-Filmen fortsetzen konnte. Computertricks machten auch die Zukunftsvisionen aus der „Matrix“ und die Fantasy-Spektakel von „Herr der Ringe“ und „Harry Potter“ möglich. Die Tricks aus dem Rechner sind heute mehr denn je unverzichtbarer Bestandteil der großen Hollywood-Erfolge und entwickeln sich von Blockbuster zu Blockbuster weiter. Aber auch das große Erzählkino lebt in Filmen wie „American Beauty“, „Million Dollar Baby“ oder „L.A. Crash“ fort. Und selbst ein alter Filmtrend wird dieser Tage wiederbelebt: das 3D-Kino ist heute erfolgreicher denn je und bereichert Animationsfilme oder den Erfolgsfilm „Avatar“ von James Cameron. Ein Trend, der sich fortsetzen dürfte.

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