StummFilm


In den frühen Jahren war der Film noch stumm. Maske, Mimik, Gesten und Lichteffekte waren seine Stilmittel und Dialoge wurden, wenn überhaupt, als Texttafeln eingeschnitten. Die Filme wurden in der Regel mit Musik unterlegt und konnten trotz der eingeschränkten Mittel die weitere Entwicklung des Kinos entscheidend prägen. Es ist die Geburtsstunde der ersten Klassiker: der hintergründige Slapstick eines Charlie Chaplin begeistert die Massen und Regisseure wie Lang, Murnau oder Eisenstein ebnen mit ihren Werken „Metropolis“, „Nosferatu“ und dem „Panzerkreuzer Potemkin“ dem Kino den Weg in die Moderne.

Die Ära der Stummfilme begann bereits in der Mitte der 20er Jahre abzuebben und die Zuschauerzahlen stagnierten weltweit. Es war die große Zeit des Radios, welches mit Show- und Hörspielprogrammen Erfolge beim Publikum feiern konnte. Um auch das Kino neu zu beleben, entstanden vor allem in Amerika erste Filme mit Ton, die zunächst aber nur gesprochene Dialoge aufwiesen, welche beispielsweise von einer Langspielplatte zugespielt wurden. Doch schon 1929 erschien mit „The Broadway Melody“ der erste Film mit einer zusammengeführten Bild- und Tonspur, die dann neben Dialogen auch bereits Musik enthielt. Das Kinopublikum war begeistert, die Zuschauerzahlen entwickelten sich rasant nach oben und das Ende der Stummfilmzeit war somit eingeläutet. Ebenso war an der amerikanischen Beherrschung des Filmgeschäfts von nun an nichts mehr zu rütteln. Der eingeführte Ton blieb nicht lange in seiner Rolle des neumodischen Bildbegleiters. Schnell wurden Dialoge, Effekte und Musik auch als stilistische Mittel gemeinsam mit den Bildern arrangiert, was bereits 1930 im „Blauen Engel“ Joseph von Sternbergs zu sehen war.

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